KI-Atlas: 50% der Erwerbstätigen arbeiten in Berufen mit hoher KI-Exposition. Was bedeutet dies für dein Unternehmen und deine Berufsgruppe und für dich selber?
KI schafft keine Jobs ab — aber sie verändert fast jeden Beruf. Der KI-Atlas (https://ki-atlas.zappacosta.digital) analysiert 41 Berufsgruppen auf ihre KI-Betroffenheit. Die Erkenntnisse sollte jeder kennen.
FAQ
Wird KI meinen Job abschaffen?
Nein — aber KI wird deinen Berufsalltag verändern. Besonders Wissensarbeiter mit hoher KI-Exposition (Score 6+) müssen sich weiterbilden. Wer KI in seinen Workflow integriert, wird produktiver. Wer abwartet, riskiert den Anschluss.
Welche Berufe sind am stärksten von KI betroffen?
Bürokräfte, kaufmännische Fachkräfte, ICT-Spezialisten, Betriebswirte und Führungskräfte — also die Mitte und Spitze der Unternehmen. Je höher der Lohn und das Bildungsniveau, desto höher die Exposition. Physische Berufe wie Bau, Betreuung und Landwirtschaft bleiben dagegen kaum betroffen.
Was bedeutet KI-Exposition für mein Unternehmen?
Fast 50% der Erwerbstätigen arbeiten in stark KI-exponierten Berufen — darunter die bestbezahlten. Unternehmen, die KI ignorieren, riskieren eine Produktivitätslücke, Talent-Abwanderung und Qualifikationserosion. Der KI-Atlas zeigt, wo dein Unternehmen betroffen ist.
Über Künstliche Intelligenz wird viel spekuliert. Meist in Extremen: Entweder wird KI alle Jobs vernichten, oder sie ist nur ein Hype. Beides ist wohl falsch. Die Realität liegt wie immer dazwischen — und sie ist differenzierter, als die meisten Schlagzeilen vermuten lassen.
Deshalb habe ich den KI-Atlas Schweizer Berufsgruppen (https://ki-atlas.zappacosta.digital) gebaut: eine interaktive Visualisierung, die 41 Schweizer Berufsgruppen mit über 4,2 Millionen Erwerbstätigen (stetige Wohnbevölkerung) auf ihre KI-Betroffenheit analysiert. Basierend auf offiziellen Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) und einer systematischen KI-Expositionsbewertung.
Probiere den KI-Atlas gerne aus: https://ki-atlas.zappacosta.digital
Die Insights sollte jeder kennen, der Personal führt, eine Karriere plant oder sich fragt, welche Berufsgruppen sich aufgrund von KI verändern werden.

Was der KI-Atlas zeigt
Der KI-Atlas visualisiert jede der 41 Schweizer Berufsgruppen (nach CH-ISCO-19) als Kachel. Je grösser die Fläche, desto mehr Menschen arbeiten in diesem Beruf. Die Farbe zeigt die gewählte Metrik — KI-Exposition, Medianlohn, Bildungsniveau oder Beschäftigungsentwicklung.
Die vier Metriken auf einen Blick
- KI-Exposition (0–10): Wie stark verändert KI diese Berufsgruppe?
- Medianlohn: Was verdient man typischerweise (CHF/Monat)?
- Bildungsniveau: Welche Ausbildung wird typischerweise benötigt?
- Beschäftigungsentwicklung: Wie hat sich die Zahl der Erwerbstätigen verändert?
Erkenntnisse, die jeder kennen sollte
1. Knapp die Hälfte ist stark exponiert
1,27 Millionen Erwerbstätige (30%) arbeiten in Berufsgruppen mit einem KI-Expositions-Score von 8–10. Weitere 844'000 (20%) haben Score 6–7. Zusammen sind **fast 50% aller Schweizer Erwerbstätigen** in hoch oder sehr hoch KI-exponierten Berufen tätig.
2. Je höher der Lohn, desto höher die KI-Exposition
- Löhne unter CHF 5'000/Monat → Ø KI-Exposition 3.4/10
- Löhne CHF 6'500–8'000 → KIE 7.0/10
- Löhne über CHF 10'000 → KIE 7.4/10
KI trifft primär gut bezahlte Wissensarbeit, nicht Tieflohnberufe. Handwerklilche Berufe sind weniger betroffen. Buchhalter, Controller, Juristen und IT-Spezialisten dafür umso mehr.
Für Unternehmen heisst das: Die teuersten Mitarbeitenden sind am stärksten exponiert. Genau dort liegt das grösste Potenzial — und das grösste Risiko.
3. FH-Absolvent/innen sind am stärksten betroffen
- Keine formale Ausbildung: Ø KI-Exposition 2.1/10
- EFZ (Lehrabschluss): KIE 5.1/10
- FH/Bachelor: KIE 7.6/10 ← Höchster Wert
- Universität/Master: KIE 6.6/10
Nicht Akademiker/innen sind am stärksten betroffen, sondern FH-Absolvent/innen. Der Grund: FH-Berufe sind oft stark wissens- und computerbasiert — genau die Domäne, in der KI aktuell am schnellsten Fortschritte macht.
4. CHF 166 Milliarden Lohnvolumen im KI-Wandel
38.8% der Erwerbstätigen mit einem Expositions-Score von 7+ vereinen 44.8% des geschätzten Lohnvolumens — insgesamt CHF 166 Milliarden pro Jahr. Warum überproportional? Weil KI-exponierte Berufe überdurchschnittlich gut bezahlt sind.
Für die Schweizer Wirtschaft bedeutet das: Der KI-Wandel ist kein Randphänomen. Er betrifft fast die Hälfte der gesamten Lohnsumme.
5. Büro & Sekretariat: die grossen Verlierer
Allgemeine Bürokräfte (KI-Exposition 9/10) verloren 27.6% — der stärkste Rückgang aller Berufsgruppen der letzten Jahre. Auch Bürokräfte mit Kundenkontakt −20%. Die Digitalisierung und das Offshoring hat hier bereits vor ChatGPT zugeschlagen und es ist nicht zu erwarten, dass GenAI den Abwärtstrend in den kommenden Jahren zum Positiven ändern wird.
6. Handarbeit statt Algorithmus - Physische Berufe
Bau, Reinigung, Landwirtschaft, Betreuung — alle mit einem Score von 2–3/10. KI kann (noch) keine Wände verputzen oder Kinder betreuen (zum Glück). Jedoch hält auch in solchen Berufen die KI Einzug. Suche mal nach "Smart Farming" und "autonome Roboter in der Landwirtschaft". Auch wenn die breite Bevölkerung von solchen Fortschritten wenig erfährt, wird die Robotik und KI auch in handwerklichen Berufen Einzug halten.
Was das für Fachkräfte bedeutet
Wenn dein Beruf einen KI-Expositions-Score von 6 oder höher hat, dann wird sich dein Arbeitsalltag in den nächsten Jahren spürbar bis grundlegend verändern. Das ist bereits Tatsache. Siehe als Chance und bilde dich weiter.
KI wird deinen Job nicht abschaffen. Aber sie wird die Erwartungen an dich verändern. Wer heute als Controller, Buchhalter, Marketing-Spezialist oder Softwareentwickler arbeitet und KI nicht in seinen Workflow integriert, wird in drei Jahren deutlich weniger produktiv sein als Kolleg/innen, die es tun.
Die Frage ist nicht ob, sondern wann dein Arbeitgeber erwartet, dass du KI-Tools beherrschst.
Mein Rat: Warte nicht auf Schulungen "von oben". Probiere Tools wie ChatGPT, Claude, Copilot oder branchenspezifische KI-Lösungen aus. Nimm an Kursen und MeetUps teil. Heute. Die Lernkurve ist flacher als du denkst — und der Vorsprung gegenüber denen, die abwarten, wird grösser als die meisten erwarten. Versuche selber deine Arbeit mittels KI zu optimieren. Wichtige Randnotiz: achte auf den Datenschutz und teile nicht blind Unternehmensdaten.
Was das für Geschäftsführer bedeutet
Wenn du als CEO oder Geschäftsführungsmitglied KI noch als IT-Thema oder gar nicht betrachtest, unterschätzt du die Tragweite. KI ist ein Strategie-Thema — und zwar schon länger. Die folgenden Unternehmensrisiken gilt es im Blick zu behalten.
Produktivitätslücke
Unternehmen, die KI strategisch einsetzen, werden pro Mitarbeitenden mehr Output generieren. Dein Unternehmen konkurriert nicht nur um Kunden, sondern um Effizienz. Das primäre strategische KI-Ziel muss sein, mehr Automatisierung, Wirkung und Geschwindigkeit zu erzielen und nicht den "Head Count" zu erzielen.
Talent-Abwanderung
Die besten Fachkräfte — insbesondere in hoch exponierten Berufen — werden als erstes zu Unternehmen wechseln, die KI aktiv einsetzen oder einsetzen wollen. Nicht nur weil sie technikbegeistert sind, sondern weil sie dort produktiver arbeiten und mehr lernen können.
Qualifikationserosion
Wenn du heute nicht in KI-Weiterbildung, Optimerung und Automatisierung investierst, hast du in drei Jahren Mitarbeitende, deren Fähigkeiten nicht mehr marktfähig sind. Unternehmen die keine marktfähigen Mitarbeiter beschäftigen sind nicht marktfähig!
Die gute Nachricht
KI wird nicht alles auf einmal verändern. Dazu ist sie auch gar nicht in der Lage. Man kann einsteigen und Schritt für Schritt wachsen.
Mein Rat: Eine KI-Strategie beginnt nicht mit Technologie und dem flächendeckenden Rollout von Chatbots, sondern mit den Fragen:
- In welchen Berufsgruppen meines Unternehmens liegt das grösste KI-Potenzial?
- Welche Arbeitsläufe und Tätigkeiten lassen sich mit KI optimieren?
- Welche Mitarbeiter werden gezielt weitergebildet?
Der KI-Atlas kann dir einen ersten Anhaltspunkt geben.
Behind the scene: Wie der Atlas entstanden ist
Den KI-Atlas habe ich vollständig mit Claude Code https://www.anthropic.com/claude-code entwickelt — dem KI-gestützten Coding-Tool von Anthropic. Von der Datenbeschaffung beim BFS über das KI-Scoring bis zur fertigen dreisprachigen Website: alles in einer einzigen Arbeitssession und ohne zusätzliche Bezahl-Lösungen wie "Lovable, Base44, Replit,...".
No illusion: nicht in 5 Minuten, sondern während einem Arbeitstag.
Die Datenquellen sind öffentlich (BFS Strukturerhebung, Lohnstrukturerhebung, SAKE), die KI-Expositionsbewertung wurde systematisch durch die KI erstellt. Details zur Methodik findest du direkt im KI-Atlas unter "Quellen & Methodik".
Hast du Interesse daran mehr über die Entwicklungsschritte zu erfahrenen oder möchtest du oder dein Unternehmen lernen solche einfachen Apps / Landingpages selber zu erstellen, melde dich einfach.
Fazit
KI wird auf dem Schweizer Arbeitsmarkt keine Jobs abschaffen. Aber sie wird ihn tiefgreifend verändern — und das schneller und breiter, als wir erwarten.
Für Fachkräfte gilt: Wer sich heute mit KI auseinandersetzt, sichert seine Marktfähigkeit. Wer abwartet, riskiert den Anschluss in seinem Berufsfeld.
Für Geschäftsführer gilt: KI-Ignoranz oder das Abwarten bis die "Bubble" platzt ist ein Wettbewerbsrisiko. Nicht in fünf Jahren — bereits jetzt.
Du möchtest KI strategisch in deinem Unternehmen verankern? Kontaktiere mich auf Linkedin — ich unterstütze Unternehmen bei der strategischen Integration und bei der Realisierung von KI-Use Cases.